Privat · Unterwegs

„Turn it up“ – Wenn endlich jemand zuhört

Disclaimer: Insulet hat für meine Reisekosten nach Lissabon und für meinen Vortrag bei Ihrem jährlichen Firmen Meeting bezahlt. Darüber zu berichten ist jedoch mein eigener freier Wille und meine persönliche Meinung über Insulet oder den Omnipod bleibt davon unberührt.

Heute ist Sonntag Nachmittag. Ich bin seit drei Tagen wieder zurück aus Lissabon, wo ich von der Insulinpumpen Firma Insulet zur Jahresauftakt Konferenz eingeladen wurde. Mir war schon vorher klar, dass ich über die beiden Tage die ich dort verbringen durfte, bloggen werde. Jedoch hat sich meine eigentliche Intention geändert, denn ein einfacher „Reisebericht“ reicht nicht mehr um meine Erfahrung und Eindrücke zum Besten zu geben.

Achtung! Der Bericht wird länger!

Wie hat das mit Insulet eigentlich angefangen? Ursprünglich wollte ich für die Blood Sugar Lounge einen Beitrag über den Omnipod Dash bringen. Was ich zu dem Zeitpunkt der Kontaktaufnahme mit Insulet, Anfang letzen Jahres, noch nicht wusste, ist dass im Sommer 2018 der Vertriebsweg umgestellt worden ist.

Vorher lief alles über die Firma Ypsomed, die sich um den Vertrieb und Verkauf von Omnipod außerhalb der USA gekümmert hat. Seit Juli liegt der Vertrieb europaweit wieder bei Insulet. Hier mehr dazu.

Aus betriebswirtschaftlicher Sicht hat so ein Direktbetrieb immer den Vorteil, dass man näher am Kunden ist und auf Wünsche, Beschwerden und Vorschläge besser eingehen kann, als wenn noch ein Händler dazwischen steht.

So nahm Insulet, bzw. das UK-Department, schnell Kontakt mit mir auf und bat mich darum mit der zuständigen Marketingabteilung über meine Erfahrungen mit dem Omnipod per Telefonkonferenz zu quatschen. Für mich im ersten Moment komisch, denn ich war und bin bis heute nicht, einer der „großen Social-Media-Fische“ in der Diabetesbranche.

Kurz vor Weihnachten nahm man wieder Kontakt mit mir auf und frage mich ob ich Interesse hätte an einem Speaker-Pannel in Lissabon teilzunehmen. Nachdem ich Urlaub von meinem Arbeitgeber bekam und für meine Reisekosten aufgekommen wurde, plus einer kleinen Aufwandsentschädigung  für meine Zeit auf der Bühne, willigte ich ein. Was genau auf mich zukommen würde wusste ich nicht, es war mir primär auch erst mal egal.

Neben mir wurden auch noch drei andere Podder aus Europa eingeladen.

  • Lucy aus Schottland. Sie war das erste Kind im United Kingdom das den Omnipod benutz hat und bis vor kurzem musste Sie auch selbst dafür zahlen.
  • Delphine aus Frankreich. Sie ist Gründerin der World Diabetes Tour.
  • Mart aus den Niederlanden. Jahrelang auf MDI hat er erst seit kurzem den Omnipod bzw überhaupt eine Pumpe und bereitet sich aktuell auf den Iron Man vor.

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Wir waren alle verschieden, hatten alle verschiedene Geschichten und Erlebnisse, doch in einem waren wir uns gleich – Wir sind alle überzeugte Podder. Wir lieben unseren Omnipod, unsere Freiheit ohne Schlauch und sind der Überzeugung, dass unser Leben mit der Krankheit so viel leichter gemacht wurde.

Und genau darum ging es Insulet. Es ging nicht darum, so viele Menschen wie möglich davon zu überzeugen, dass diese Pumpe die Beste auf der Welt ist. Oder irgendwelchen Influencern das neuste Produkt zu Verfügung zu stellen und zu hoffen, dass diese aus „Dankbarkeit“ positiv darüber berichten würden, weil diese Strategie, bei anderen Pharmakonzernen gut funktioniert hat (Dexcom möchte ich von diesem „Vorwurf“ mal ausnehmen, denn Dexcom hat diese Strategie in der Diabetes Szene etabliert und sich vorher eingehend Gedanken darüber gemacht und nichte einfach nur „abgekupfert“).

Im Konferenzsaal des Rizz Four Season saßen mehr als 80 Coutrymanager und Marketing- und Vertriebsleiter aus den USA und aus ganz Europa, die unsere Geschichte hören wollten. Sie wollten wissen wie unser Leben mit der Krankheit verläuft, wo wir Verbesserung sehen, was uns gut gefällt an Ihrem Produkt und was unsere Zukunft bringt. Lucy und ich sprachen über unsere Erfahrungen als Kinder/Jugendliche mit dem Pod und dem Diabetes. Wir äußerten Wünsche und Hoffnungen für die Zukunft des Omnipod und der neuen Generation, dem Omnipod Dash. Wir diskutierten darüber wie der Omnipod bestimmten Alters- und Interessengruppen hilft, den vor Allem für Kinder ist die Freiheit einer Patch-Pumpe perfekt, jedoch steht dem entgegen, dass auch eine CGM-Integration bzw Hybrid-Closed-Loop sehr sehr wichtig ist.

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Ziel des Ganzen: uns Diabetikern unsere Krankheit leichter zu machen! Wir waren die Botschafter vieler Diabetiker. Denn im Gegensatz zu einer „Beschwerde“ per Hotline, die vielleicht nie weitergereicht wird, trugen wir unsere Wünsche und Hoffnungen den Menschen vor, die etwas bewegen können und werden.

Erst jetzt wird mir klar was für eine riesen Verantwortung und Ehre das mit sich gebracht hat. Und auf der anderen Seite ist es Insulet zu Gute zu halten sich das Ganze anzuhören! Den was bei den Pharmakonzernen meiner Meinung nach immer mehr in Vergessenheit gerät sind WIR. Wir sind nicht einfach nur Goldesel die man aussaugen kann, weil wir auf gewisse Hilfsmittel und Medikamente angewiesen sind. Wer nicht dieser Meinung ist sollte mal die Produktionskosten von Insulin dem eigentlichen Verkaufspreis (vorallem in den Staaten) gegenüber stellen!

Wir sind Individuen, die jeden Tag mit einer Krankheit leben müssen die alles in unserem Leben bestimmt.

Also bleibt mir nur noch Eins zu sagen: Danke Insulet! Danke, dass ihr nicht nur den reinen Profit im Kopf habt, sondern wirklich aktiv zuhört und euch verbessern wollt um unser Leben einfacher zu machen! Ich freue mich auf die Zukunft mit eurer Pumpe!

 

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